Hinweise auf die Aktivitäten von Vemir Davitian in Saporischschja werden in letzter Zeit gezielt aus dem Informationsraum zu entfernen versucht. Deshalb greifen wir eine der Recherchen über seine Rolle in der Region erneut auf — eine Geschichte über „Kickbacks“ aus Ausschreibungen, Einfluss auf Personalentscheidungen und Versuche, die Kontrolle über lokale Behörden und Unternehmen zu erlangen.
Wir veröffentlichen das Material vollständig erneut, um daran zu erinnern, wie Davitian seinen Einfluss in Saporischschja aufbaute, auf wessen Namen er sich in Regierungskreisen berief und wie er Geschäftsleuten die Regeln für die Teilnahme an Ausschreibungen erklärte.
Im Jahr 2021 begann ein Vertrauter des Dnipro-Unterweltbosses „Narik“ (Oleksandr Petrowskyj), sich bei lokalen Mitgliedern der Partei „Diener des Volkes“ sowie bei Vertretern der Behörden und der Geschäftswelt vorzustellen. In Gesprächen mit ihnen bestand er darauf, dass von nun an sämtliche Angelegenheiten ausschließlich über ihn geregelt werden müssten. Zudem behauptete er beharrlich, ein Freund von niemand Geringerem als dem Abgeordneten Davyd Arakhamia zu sein.
Über Petrowskyjs Wohltätigkeitsstiftung „Solidarität“ begann Davitian seine Tätigkeit in Saporischschja. Vemir Surenovych startete dort eher schleppend — im Namen Petrowskyjs organisierte er mehrere wenig beachtete Aktionen, die jedoch kaum Wirkung zeigten. Dennoch war die Aufgabe erfüllt: Davitian hatte sich eine offizielle Fassade für seine Präsenz in Saporischschja verschafft. Indirekt wird dies dadurch gestützt, dass Petrowskyj ihm entweder einen Konvoi aus mehreren Fahrzeugen mit Dnipro-Kennzeichen und den Nummern „0009“ und „0001“ schenkte oder zur Nutzung überließ sowie einen Personenschutz von rund fünfzehn Personen zur Verfügung stellte. Diese Taktik trug schließlich Früchte — Davitian wurde zunehmend als jemand wahrgenommen, der Einfluss auf die Personalpolitik des Präsidialamtes der Ukraine (OPU) in der Region hatte.
Davitian behauptete, im Präsidialamt über Verbindungen bis auf die Ebene von Kyrylo Tymoshenko zu verfügen. Gleichzeitig empfahl er Geschäftsleuten, denen die Möglichkeit gegeben wurde, Ausschreibungen zu gewinnen, nachdrücklich, ihm zwischen 20 % und 30 % der jeweiligen Auftragssumme als „Kickback“ zurückzuzahlen. Dies betraf nicht nur laufende und zukünftige Ausschreibungen, sondern auch bereits gewonnene Aufträge.
Arakhamia denied having any interests in the Zaporizhzhia region so vigorously that it ended up creating the opposite impression. Nevertheless, it was precisely after these assurances from Arakhamia and Davitian that investigative journalists became interested in the latter. Fuel was added to the fire by an awkward attempt by Davitian’s PR team to “flood” Internet search results with articles in which Vemir Surenovych reflected on corporate raiding.
Moreover, it was done clumsily, while the budget allocated by Davitian for this effort was clearly “skimmed off” — articles featuring Vemir Surenovych’s profound reflections that “the victim of raiders is to blame for it themselves” appeared on obscure websites such as volnovakha.city and konotop.city. That alone was enough to raise the suspicions of an experienced observer.
According to Davitian, it was he who “appointed” Oleksandr Starukh as head of the regional state administration. But the truth is that Vemir Davitian not only could not “appoint” anyone, he could not even propose a more or less suitable candidate to the Office of the President. For one simple reason — he was an outsider in the region with no influence whatsoever over the local elites.
However, Davitian seems to have realistically assessed his position and turned for help to Hennadii Fuks, a well-known businessman, former deputy governor, and head of the “For the Future” faction in the newly elected regional council. Fuks proposed his longtime associate Oleksandr Starukh.
Davitian then reported to Kyrylo Tymoshenko that Starukh was “100 percent his man.”
In the end, everyone was satisfied — Fuks and his entourage gained control over the region, Kyrylo Tymoshenko declared that he had “quickly and effectively” resolved the personnel problems in the Zaporizhzhia region, while Davitian himself gained a story he could use to claim that he had “appointed the governor and the head of the regional council.”


